Die Tierproduktion

Unter Tierproduktion versteht man die Viehhaltung. Hier werden landwirtschaftliche Nutztiere gehalten, um Nahrungsmittel und Rohstoffe zu liefern. Unter Tierproduktion versteht man also ein Teilgebiet der Tierhaltung. Man unterscheidet die intensive und die extensive Tierhaltung. Bei der intensiven Tierhaltung werden geringere Flächen benötigt und andere Produktionsfaktoren stärker genutzt.

Nahrungsmittel-Lieferant Tier

Bei der Tierproduktion werden verschiedene Verfahren unterschieden. Neben der Rindfleischproduktion gibt es noch die Schweine-, Geflügel- und Schafproduktion sowie die Milchproduktion. Im Jahre 2007 war China der größte Fleischproduzent der Welt und sorgte für mehr als ein Viertel der gesamten Fleischproduktion gefolgt von den USA und Brasilien. Deutschland liegt hier auf dem vierten Platz, gefolgt von Indien, Russland und Frankreich. Weitere bedeutende Fleischproduktionsländer sind Spanien, Mexiko und Argentinien. Seit Beginn der 1960er Jahre ist die Fleischproduktion weltweit um fast 400 Prozent angestiegen. Die wichtigsten Produzenten von Milch sind Indien und die USA, bei den Eiern ist China mit Abstand vorn. Auch Leder und Wolle werden bei der Tierproduktion gewonnen. Kritische Stimmen verurteilen den großen Bedarf an pflanzlichen Rohstoffen, der für die Erzeugung von Tierprodukten benötigt wird. Durch eine Umstellung der menschlichen Ernährung könne die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln verbessert werden. Doch es gibt auch Gegenstimmen und andere Wissenschaftler wiederum behaupten, eine Reduktion der Tierproduktion, die regional begrenzt sei, bringe nicht zwingend auch eine Verbesserung der globalen Ernährungssituation mit sich.

Problematische Produktionsmethoden

Die Tierproduktion bringt einen recht hohen Wasserverbrauch mit sich. Und auch die Biodiversität, also die biologische Vielfalt, wird beeinträchtigt. So kommt es zu einer Reduzierung der Wälder, eine Desertifizierung wird begünstigt und invasiven Pflanzenarten der Weg geebnet. Zudem kommt es zu einer signifikanten Verschmutzung des Lebensraums. Auch die Toxizität spielt eine zunehmende Rolle, da beispielsweise über die Gülle immer mehr Gifte und die Böden gelangen. Darüber hinaus ist die Tierproduktion ein wesentlicher Faktor für die globale Erwärmung, da sie im Gegensatz zur Pflanzenproduktion wesentlich mehr Treibhausgase emittiert. Als ebenfalls problematisch erweisen sich die nicht absehbaren Nebeneffekte, die die intensive Tierproduktion mit sich bringt. Abgesehen von den Tierschutz-Aspekten, die angesichts der Massentierhaltung und industrieller Schlachtmethoden immer wieder genannt werden, begünstigt die Tierproduktion auch die Entstehung gefährlicher Krankheiten. So ist die Infektionswelle mit dem gefährlichen Zoonose-Keim EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli-Bakterien) Experten zufolge auf die industrielle Haltung von Nutztieren zurückzuführen. Die Krankheitserreger können unter anderem lebensgefährliche, wässrig-blutige Durchfälle auslösen und werden insbesondere durch Rinder übertragen. Diese können zwar selbst nicht erkranken, wohl aber die Bakterien in sich tragen. Die Bakterien werden über den Kot der Tiere ausgeschieden und gelangen über die Düngung mit Gülle auf die Gemüsefelder. Zwar wird in Deutschland das Ausbringen tierischer Hinterlassenschaften auf Felder durch eine Düngemittelverordnung geregelt, die besagt, dass diese nicht auf Lebensmittel gelangen darf, die für den menschlichen Verzehr produziert werden, doch in der Vergangenheit kam es bereits häufiger zu Verstößen. Deshalb gibt es auch in der Tierproduktion die Bestrebung, nach Alternativen zu suchen. Eine davon ist die artgerechte Tierhaltung, die auf die ursprünglichen Verhaltensweisen und Lebensraumbedingungen der domestizierten Tiere Rücksicht nimmt und somit einen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Tiere und den Anforderungen des Menschen darstellt.

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