Eine kurze Geschichte des Ackerbaus

Mit landwirtschaftlichem Ackerbau ist die Produktion von Kulturpflanzen gemeint, die zur Gewinnung von Pflanzenträgern auf dafür bearbeiteten Äckern stattfindet. Um Ackerbau betreiben zu können, benötigt man verschiedene Geräte. Bereits vor vielen tausend Jahren begann die Geschichte der Landwirtschaft und des Ackerbaus als die Menschen von Jägern und Sammlern zu Ackerbauern und Viehzüchtern wurden.

Geschichtliche Ursprünge des Ackerbaus

Bereits um 5.500 vor Christus kam der Ackerbau vom Balkan an der Donau entlang nach Mitteleuropa. Maßgeblich daran beteiligt war die Kultur der Bandkeramik, die nach den charakteristischen Verzierungen der keramischen Gefäße benannt wurde. Im 6. Jahrtausend vor Christus breitete sich der Pflugbau aus und später kam die Nutzungswechselwirtschaft hinzu. Um die Böden zu düngen und die Fruchtbarkeit zu steigern, begannen die Menschen, tierischen Dung zu benutzen. Durch archäologische Funde weiß man, dass die Kelten bereits Dinkel, Emmer, Einkorn, Mohn, Ziegenweizen und Gerste anbauten. Aber auch Rispenhirse und Ackerbohnen waren ihnen bekannt sowie Linsen und Lein zur Gewinnung von Ölen und Fasern. Im Mittelmeerraum wurde in der Antike neben Weizen auch Ölbäume und Wein angebaut, durch die Römer gelangte der Anbau von Obst und Gemüse nach Mitteleuropa und die Araber brachten den Anbau von Baumwolle und Zuckerrohr nach Spanien. Des Weiteren hatten sie ihre Bewässerungstechniken im Gepäck. Im 8. Jahrhundert gab es weitere Neuerungen beim Ackerbau. Zunächst setzte sich die Dreifelderwirtschaft mit Winter- und Sommergetreide durch und auch die Brache, die eine einjährige Ruhe der Böden mit sich bringt, wurde praktiziert. Doch es gab auch noch andere Formen der Fruchtfolge, die regional unterschiedlich waren.

Ackerbau vor Viehzucht

In der frühen Neuzeit stammte der größte Teil der Einkünfte aus der Landwirtschaft aus dem Ackerbau und nicht aus der Viehzucht. Ein Grund dafür war der ständig steigende Getreidepreis und die Probleme, die Tiere im Winter ausreichend mit Futter versorgen zu können. So nahm seit dem 16. Jahrhundert die Intensivierung der Landwirtschaft zu und die Dreifelderwirtschaft wurde schließlich im 18. Jahrhundert verdrängt, um mehr Ertrag zu erlangen. Verbesserte landwirtschaftliche Techniken und eine gezielte Auswahl von Saatgut trugen zur Steigerung der Erträge bei und mehr und mehr Ödland wurde kultiviert und neue Feldfrüchte, wie Klee, Rüben, Raps und auch Kartoffeln konnten ihren Siegeszug auf den Äckern antreten. Auch die folgenden zwei Jahrhunderte waren stark durch Technisierung und Spezialisierung gekennzeichnet. Revolutionär war die Einführung des synthetischen Düngers, der preiswert hergestellt werden konnte. Im 20. Jahrhundert schritt die Mechanisierung weiter fort und brachte auch beim Ackerbau große Veränderungen mit sich. So werden Agrarprodukte heutzutage nicht mehr regional, sondern weltweit gehandelt und somit sind sie veränderten Bedingungen unterworfen. Die in Deutschland angebauten Getreidesorten müssen vom Bundessortenamt zugelassen werden. Im Jahre 2009 waren beispielsweise 111 Sorten Winterweichweizen zugelassen und 47 Sorten Sommergerste sowie zahlreiche weitere Getreidearten und die jeweiligen Sorten. Eine zunehmende Bedeutung nimmt inzwischen die industrielle Nutzung von Getreide, die zur Herstellung von Biokraftstoffen benötigt wird. Die größten Getreideproduzenten weltweit sind China und die Vereinigten Staaten, Deutschland nimmt hier immerhin den achten Platz ein. Beim Ackerbau herrscht die konventionelle Landwirtschaft vor, doch immer mehr Landwirte spezialisieren sich inzwischen auch auf ökologische Landwirtschaft, da die Nachfrage nach diesen Produkten stetig steigt.

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