Es gibt mehr landwirtschaftliche Berufe als man gemeinhin so denkt. Da ist natürlich zunächst der Bauer oder auch Landwirt, dies ist wohl der bekannteste landwirtschaftliche Beruf. Das Wort Bauer stammt vom mittelhochdeutschen Wort „gebure“, das so viel wie Mitbewohner, Nachbar oder Dorfgenosse bedeutet. Den Beruf des Landwirts kann man als Lehrberuf innerhalb eines dualen Systems erlernen mit der Möglichkeit, abschließend eine Meisterausbildung oder ein Studium an der Universität oder der Fachhochschule zu absolvieren. Unter einem Vollerwerbslandwirt versteht man einen Bauern, der Landwirtschaft als Hauptberuf betreibt und damit 90 Prozent seines Einkommens erzielt. Darüber hinaus gibt es auch Zuerwerbslandwirte, die noch einen weiteren Beruf ausüben, aber mindestens die Hälfte ihrer Einkünfte aus der Landwirtschaft beziehen. Als Nebenerwerbslandwirt liegt der Anteil des landwirtschaftlichen Einkommens unter 50 Prozent.
Bauer ist nicht gleich Bauer
Landwirtschaftliche Berufe umschreiben verschiedene Tätigkeiten im landwirtschaftlichen Bereich. Auch beim Landwirt unterscheidet man zwischen dem, der Landbau und demjenigen, der Viehzucht betreibt. Jemand der ökologische Landwirtschaft betreibt, wird häufig als Biobauer bezeichnet. Zu den Hauptaufgaben eines Landwirts gehört die Erzeugung von Agrarprodukten, wie beispielsweise Nahrungsmitteln aus pflanzlicher oder tierischer Herkunft. Darüber hinaus aber auch die Erzeugnisse aus nachwachsenden Rohstoffen. Zu diesen gehört auch der Anbau von Raps oder der Betrieb von Biogasanlagen. Neben den anfallenden Arbeiten auf dem Betrieb ist auch die Führung und das Management ein wichtiger Bestandteil. Zu der Natur- und Landschaftspflege kommt noch die Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft sowie in vielen Fällen auch das Angebot von Dienstleistungen, wie beispielsweise im Fremdenverkehr. Voraussetzung dafür, um landwirtschaftliche Berufe zu erlernen, ist das Interesse an Natur und Umwelt und auch am Umgang mit Tieren. Ein gewisses handwerkliches Geschick und auch ein kaufmännisches Verständnis sind hilfreich.
Weitere landwirtschaftliche Berufe
Doch es gibt nicht nur Landwirte, es gibt noch viele weitere landwirtschaftliche Berufe, zu denen beispielsweise auch der Forstwirt oder der Fischwirt gehören. Als Forstwirt bezeichnet man einen Waldarbeiter, der sämtliche Tätigkeiten im Forstbetrieb vornimmt von der Anpflanzung neuer Waldbestände bis hin zur Holzernte. Der Fischwirt züchtet oder fängt Fische, Krebstiere oder Muscheln und kann diese Berufsbezeichnung führen nach einer dreijährigen Ausbildung. Ein beliebter Beruf in der Landwirtschaft ist der des Pferdewirtes. Bei diesem Ausbildungsberuf beschäftigt man sich mit den Inhalten der Pferdehaltung, -zucht und dem Reiten. Seit 2010 gibt es eine neue Verordnung zum Beruf des Pferdewirts, die nun auch neben der klassischen Reitausbildung das Pferderennen und spezielle Reitweisen beinhält. Zu den landwirtschaftlichen Berufen gehört auch der Winzer, der die Pflege und Kultivierung der Weinrebe sowie die Weinlese beinhaltet. Viele Winzer sind selbstständig und betreiben Familienbetriebe. Was viele Menschen nicht vermuten: Auch Florist oder Gärtner sind landwirtschaftliche Berufe. Zu diesen zählen darüber hinaus auch noch der Revierjäger, der Tierpfleger oder der Tierwirt. Darüber hinaus ist noch der Ausbildungsberuf der Fachkraft für Agrarservice zu nennen. Hierbei ist die Bewirtschaftung von Ackerland zu nennen. Sie müssen den Boden und die Pflanzkulturen bearbeiten und das Saat- und Pflanzgut prüfen und weitere Maßnahmen zur Landschaftspflege durchführen. Eine der Hauptaufgaben ist die Bedienung landwirtschaftlicher Maschinen. Es gibt somit viele landwirtschaftliche Berufe, die eine Vielzahl von Tätigkeiten und Ausbildungen möglich machen.
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