Weinanbau – Von der Rebe zum Wein

Der Weinanbau hat seinen Ursprung wahrscheinlich in Vorderasien, auch in Ägypten ist der Weinanbau schon seit 3.500 vor Christus bekannt, wie aus Wandmalereien in Gräbern und Tempeln bekannt ist. Auch die Phönizier, Assyrer und Semiten sowie die Babylonier kannten schon den Wein. Bei den Juden pflanzte der Genesis zufolge Noah den ersten Weinberg an und die Bibel erwähnt Palästina als hervorragendes Weinland. In Vorderasien gibt es in Fels erhaltene alte Weinkelter.

Der Siegeszug des Weinanbaus

Auch im antiken Griechenland kannte man den Weinanbau. Auch Homer berichtet oft vom Wein, so wurden die Belagerer von Troja mit Wein aus Thrakien beliefert und Odysseus bekommt Weinstöcke von seinem Vater zur Pflege, wird während seiner Irrfahrt mit Wein bewirtet und macht mit seiner Hilfe den Zyklopen betrunken. In der frühgriechischen Gesetzgebung wurde Weinbergfrevel gleich geahndet wie Mord oder Tempelraub. Es waren wohl auch die Griechen, die den Weinanbau nach Italien brachten. Doch angeblich hat diese Kultur schnell dazu beigetragen, dass die italienischen Wälder vernichtet wurden, um Weinbergen Platz zu machen. Schon im 5. Jahrhundert führt Sophokles Italien als ein Lieblingsland des Bacchus auf. Der Kult um diesen Fruchtbarkeitsgott wurde wohl auch von den Griechen eingeführt, die ihn aus Kleinasien übernommen hatten. Seine Hochzeit hatte der römische Weinbau gegen Ende der römischen Republik und in der Kaiserzeit. Hier wurden viele Sorten und Erziehungsmethoden beschrieben und auch Herodot widmet sich diesem Thema ausführlich und nennt verschiedene Anbaumethoden in Südfrankreich sowie Spanien, Kleinasien und Afrika. Bereits in dieser frühen Zeit war der Weinbau einträglicher als andere Formen der Bodenbewirtschaftung, so dass man auf der Apenninenhalbinsel Getreide sogar einführen musste. Dies wiederum wurde durch den Weinexport kompensiert. Das hatte eine Monopolisierung zur Folge, denn eroberten Völkern wurde Weinanbau verboten.

Im Wein liegt die Wahrheit

Damals gab es noch keine Holzfässer, diese wurden erst von den Galliern übernommen und der Wein wurde in Schläuchen aus Ziegenfell oder tönernen Gefäßen aufbewahrt. Getrunken wurde der Wein meist mit Wasser verdünnt. In Deutschland begann der Weinanbau auf der linken Seite des Rheins auch durch die Römer initiiert. Das belegen zahlreiche Funde aus dieser Zeit. Die Dichtung „Mosella“ belegt den Weinbau an der Mosel. Nach der Völkerwanderung brachten die Karolinger den Weinanbau auch in andere Regionen. Unter Karl dem Großen kam er in den Rheingau. Und auch zu dieser Zeit galt Rebfrevel als schlimmes Vergehen, das dem Mord gleichgestellt wurde. Mit Hilfe der Kirche und der Fürsten verbreitete sich der Weinanbau in Mitteldeutschland im 9. Jahrhundert und im heutigen Thüringen wurde zu dieser Zeit das Saaletal bepflanzt. Die größte Ausdehnung in Deutschland erreichte der Weinanbau zum Ende des 16. Jahrhunderts. Nun gab es höhere Qualitätsansprüche und durch die Ausdehnung des Handels konnten die alten Wein- und Kellerbaumethoden mit den Anforderungen nicht mehr Schritt halten. Durch den 30jährigen Krieg kam der Weinanbau in vielen weniger geeigneten Gebieten schließlich ganz zum Erliegen und konnte sich später nur in den eigentlichen Weinbauregionen wieder richtig erholen. In heutiger Zeit werden in Deutschland insgesamt noch etwa 100.000 Hektar Reben angebaut, der größte Teil davon in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern.
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